Was du jetzt tun kannst, um Erkältungen zu vermeiden

Kennst du das? Fast alle um dich herum rotzeln, schniefeln übelgelaunt. Die Stellage Tempotaschentücher im Supermarkt ist so belagert von kampfeslustigen Muttertieren, dass du beschließt, entweder die häkelumrandeten Stofftaschentücher deiner Oma zu reaktivieren  oder halt in Gottes Namen in Klopapier zu schnäuzen.

Eigentlich gehts dir ja noch ganz gut. Noch hats dich nicht erwischt. Aber früher oder später…
 

Kann man nix machen!

Meinst du?

Doch! 

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Freilich kannst du was unternehmen, um Schnupfelviren, Stinkestreptokokken und andere unliebsamen Gesellen vorbeizuwinken, ihnen den Einstieg zu erschweren und sie daran zu hindern, längerfristig ihre Zelte in dir drin aufzuschlagen.
Du bist (wahrscheinlich) glücklicher Besitzer eines funktionierenden Immunsystems – ein ausgefuchst fein abgestimmtes Team. Es freut sich, wenn du ihm Möglichkeiten einrichtest, seine Aufgaben optimal zu erledigen. Sonst legen vielleicht einige Mitarbeiter einfach ihren Job beleidigt streikend nieder.
Manche Arbeitsplatzverbesserungs-Maßnahmen, die du als Werksleiter anbieten kannst, sind so einfach, dass sie kaum mehr erwähnt werden: unspektakulär, vielleicht sogar altmodisch – aber umso wirkungsvoller. Deswegen befreie ich diese Vorschläge hiermit feierlich aus der Schublade des Vergessens:

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Schlafe ausreichend!

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Wie viele Stunden Schlaf ein Mensch ganz genau braucht, hängt von vielen Faktoren ab. Ein Kind z.B. benötigt eine höhere Dosis als ein Älterer. Wachsen ist schließlich auch Arbeit und geschieht im Schlaf. Außerdem werden träumend und tiefschlafend unzählige Eindrücke verarbeitet:

Ein Mehr an intensiven Erlebnissen fordert mehr Schlaf. Altersunabhängig.

Harte körperliche Betätigungen (und Intensiv-Tango) natürlich auch.

Wachst du morgens (einigermaßen) erfrischt auf und bleibst tagsüber leistungsfähig, hast du für dein System genug in Morpheus Armen verbracht. Ausreichend regeneriert, erholt! Dein Immunsystem mag das sehr.
Klebrige Schlappheit tagsüber, kombiniert mit Gähnanfällen, signalisieren, dass du vielleicht ein bissel früher in die Kiste solltest oder einfach mal länger drinbleiben. Zum Schlafen. Allein.(Ja, okay, auch zu zweit, aber schlafen, gell 😉
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Oder gepflegt siestieren (spanifiziert für Tangoistas) bzw. powernappen (businesskasperisch) – ein Mittagsschläfchen halten (deutsch, altmodisch).
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Iss was Gescheites!

Du bist, was du isst:

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Fast alles, was du verspeist, arbeiten deine internen Baumeisterlein in deine Zellen hinein. Oder versuchen nach Kräften, Nährwert als Baustoff herauszuholen.

Dabei tun sie sich wesentlich leichter, wenn die Zutaten auch in der Natur vorkommen und nicht aus dem Labor stammen. Vielleicht gelingt das ja in einigen Millionen Jahren. Leider hinkt da die Evolution ein wenig hinterher.

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Das gilt genauso für seelische Nahrung.

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Auch die Zellkumpanen deines Immunsystems wollen ihre bekannt-natürlichen Legoklötzchen! Von Mineralstoffen, Vitaminen über Eiweiß  bis hin zu wertvollen ungesättigten Fettsäuren.

Nahrungsmittelähnliche Produkte oder liebloser Kantinenfraß versprechen wenig Nutzen. Zu Tode gekocht, billig gehalten mit künstlichen Geschmacksstoffen, ertränkt in Packerlsaucen, enthalten sie meist viel Zucker und Transfette. Sollen deine Baumeisterlein so einen Schund in deine Zellen hineinbauen? Vorausgesetzt, das geht? Sauber arbeitende Immunzellen werden daraus bestimmt nicht.

Kochst du selbst, benutzt frische, vitale, möglichst wenig behandelte Zutaten, vielleicht sogar bio vom heimischen Markt, dürfte die Nähr- und Mineralstoffversorgung kein Problem darstellen. Und es schmeckt! DAS ist Nahrung für Leib und Seele!

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Ein prima Fettsäurelieferant ist z.B. Leinöl in Joghurt oder Quark – köstlich mit frischen Früchten! Und die Teilchen eines ehemals glücklichen Schweins weiß ich lieber in meinen Zellen zu Hause als die des antibiotisch-traurigen Huhns Nr. 46985.

Glaubst du, selbst nicht kochen zu können, dann würde es sich lohnen, es zu lernen. Nicht jeder muss damit ins Fernsehen. Bodenständige, einfache Gerichte sind kein Hexenwerk, und Bücher oder Anleitungen, z.B. bei Youtube, gibt es wirklich genug. Heiraten oder zu Mami ziehen wären die Alternativen.
Bestücke deine Gefriertruhe mit Notfallrationen Hühnerbrühe. Im „Ernstfall“ hast du wahrscheinlich wenig Appetit und keine Lust, am Herd zu stehen.

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Warm halten!

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Zugegeben: Nierenwärmer sind nicht unbedingt der Erotik letztes Argument. Puschelsocken samt Fossybärstiefel auch nicht. Und wie hat mich meine Oma mit der uncoolen Unterhemdansage genervt.
Aber diese Geräte wärmen die Nieren, die Mitte und Füße effektiv. Und helfen, die nächste Erkältung vielleicht vorbeiwitschen zu lassen.
So behaupten die Alten, die Chinesen und – mich eigenen Erfahrungswerten demütig beugend – ich.
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Die Keimwolken verdünnen

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Eine höhere Zahl Erreger pro Kubikmeter Atemluft lässt die Wahrscheinlichkeit zu erkranken steigen. Mit 287 Ladendieben auf 100 Quadratmetern kommt selbst der beste Kaufhausdetektiv nicht mehr zurecht – mit einem dagegen, oder sogar fünf, gewiss.
Die Konzentration der fiesen Gesellen kannst du mit simplen LÜFTEN erfolgreich vermindern. Also Fenster alle paar Stunden bis zum Anschlag aufreißen! Egal ob im Büro oder bei einer Milonga.
Vor allem tagsüber: Die UV-Strahlen, die uns die Sonne automatisch-gratis mitliefert, killen einige Keime.
Ein anderes, bei Erregern sehr beliebtes Transfer-Taxi sind unsereHände:
Ein keimetragender Mensch niest die Unwesen in taschentuchbewehrte Pfoten. Dort machen sie sich’s gemütlich, um dann am Türgriff auszusteigen und auf den nächsten Bus zu warten. Der transportiert sie anschließend zuverlässig zur Einstiegspforte Nase am nächsten Menschen.
Alternative Verkehrsknotenpunkte sind die Griffe von Einkaufswägen im Supermarkt, Telefonhörer, Haltestangen in der Trambahn, dein(e) Tanzpartner etc. Und Geld.
Normales Händewaschen genügt völligwarmes Wasser und Seife vorausgesetzt. (Warum gibt es auf Schultoiletten eigentlich nur kaltes Wasser?)
Desinfizieren wird nur zwingend, wenn du selbst oder eine Person im Haushalt schwer angeschlagen ist, z.B. während einer Chemotherapie.
Oder nach einem Klinik- oder Altenheimbesuch. Dort wachsen Erreger, die man auch in kleiner Zahl nicht mit nach Hause nehmen möchte.
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Schleimhäute feucht halten!

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Die Schleimhäute im Nasenrachen-Raum sind für gewöhnlich die Häfen, die unsere Unfreunde ansteuern. Das weiß dein Immunsystem und unterhält aus diesem Grund genau dort lokale Abwehrstützpunkte. Diese Truppen phagozytieren fröhlich, lassen sich dann tot – mit Bösem im Bauch – in Schleim packen und nach draußen abtransportieren, vulgo abrotzen.
Ein wenig tiefer, in den Bronchien, helfen Flimmerhärchen mit. Wie auf einem Laufband befördern sie alles nach oben zum Abhusten, Schnäuzen oder Ausspucken, was keine Miete zahlt.
Schleimhäute, Schleim und Flimmerhärchen mögen es am liebsten schön feucht.
Die einfachste und effektivste Methode ist viel trinken:
Zwei bis drei Liter dürfen es schon sein – optimal wären Wasser, Tee, Suppen oder verdünnte Fruchtsäfte. Wein, Bier und Kaffee lassen sich zwar auch trinken, sind aber zur ausschließlichen(!) Flüssigkeitszufuhr nicht wirklich geeignet.
Inhouse-Luftbefeuchtung klingt cool, kommt aber als altmodisches Stoß-Lüften daher.
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Langsam tun! 

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Die Chinesen sagen, der Winter wäre eine Zeit des Rückzugs. Zeit, um Kräfte zu sammeln. Zeit zum Reflektieren. Zur Besinnung kommen?
Aufwändig-anstrengende Missionen dürfen winterlich ruhen!
Im Frühjahr, wenn die Säfte steigen und die Burschen ihr Lied für Veronika singen, ist die richtige Zeit, um heldenhaft die Unterhose drüber zu tragen und die Welt zu retten!
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Glücklich sein!

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Inzwischen – man lese und staune – kommen sogar die Schulmediziner drauf:

Ein in zufriedener Grundstimmung schwingendes System bleibt eher gesund! Ein liebevolles soziales Umfeld unterstützt diesen Prozess sehr. Diese medizinische Fachrichtung nennt sich Psycho-Neuroimmunologie.
Also gönne dir Glücksmomente! 
So oft wie möglich!
Ein prima hochwissenschaftlich evidenzbasiertes Argument, heute doch noch zum Tangotanzen zu entwischen, obwohl deine Familie krank darniederliegt. Mit Männerschnupfen.
Für Non-Tangoistas erschließen sich bestimmt andere Möglichkeiten, die entsprechende Dosis wohligen Krankheitsprophylaxe-Glücks zu schnupfen.
Umgib dich mit Menschen, die dich mögen. Einfach, weil du bist, wie du bist.

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Und wenn es dich doch erwischt hat?

Dann gelten die Maßnahmen erst recht:

Ausruhen!

Warm halten!

Keimkonzentration verdünnen!

Viel trinken!

Schleimhäute feucht halten!

Langsam tun!

Für glückliche Gefühle sorgen!

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Ohne diese Basics können selbst die besten Medikamente nicht wirken. Schleimlöser (Expektorantien) – egal ob Acetylcystein oder Kräuterzubereitungen aus Thymian, Efeu, Umckaloabo, oder was auch immer, brauchen genug Flüssigkeit im Körpersystem.
Unterstützend könntest du inhalieren: mit einem Ultraschall-Vernebler der neuen Generation, den IH50 von Beurer zum Beispiel, das Modell kenne ich aus der ambulanten Pflege.

Die alte Methode „heißes Wasser in Schüssel – Handtuch über’m Kopf – rote Birne“ kann da nicht mithalten.

Und vor allem AUSRUHEN! Dein Immunsystem soll arbeiten. Du nicht.
Ich verbiete dir hiermit, dich über im Erkältungsfall eingeschränktes Funktionieren zu ärgern. Genieße lieber die Zeit, mal auf dem Sofa abzuhängen, mit einem guten Buch oder sogar vor dem Fernseher!
Verwöhn dich selbst! Gerade jetzt!

Das hast du verdient.

Quelle: Manuela Bößel von im-prinzip-tango.blogspot

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