Diese Konzerne kontrollieren und bestimmen unser Essverhalten

Volle Regale, jede Menge verschiedene Marken und noch mehr Produkte – die Auswahl im Supermarkt ist so groß, dass man sich manchmal kaum entscheiden kann. Der Schein trügt: Tatsächlich wählen wir nur zwischen ein paar Großkonzernen.

„The Illusion of Choice“ – die Illusion einer Wahl: So heißt eine berühmte Infografik, die seit einigen Jahren in den Medien und sozialen Netzwerken kursiert. Sie zeigt einige der größten Lebensmittelkonzerne mit ihren verschiedenen Tochterfirmen und Beteiligungen.

Kaum ein anderes Bild verdeutlicht so eindrucksvoll, wie stark die Macht in der Lebensmittelbranche konzentriert ist: Ein paar Großkonzerne teilen den Markt unter sich auf – für uns Verbraucher ist es kaum möglich, den Überblick zu behalten.

Inzwischen ist die Grafik nicht mehr ganz aktuell, in den letzten Jahren haben sich Firmenbeteiligungen geändert, Marken wurden verkauft und Unternehmen haben fusioniert. Trotzdem bleibt eines gleich: Einige wenige Konzerne kontrollieren gemeinsam, was wir essen und trinken. Folgende Unternehmen zählen zu den größten Lebensmittelkonzernen weltweit. (Wir beziehen uns dabei auf die Forbes-Liste der 2000 erfolgreichsten internationalen Unternehmen 2018 und nennen die Firmen in alphabetischer Reihenfolge.)



Coca Cola

Verschiedene Sorten Coca-Cola. (Foto: Coca Cola Deutschland)

Coca-Cola gilt als der weltweit beliebteste Softdrink. Zur Coca-Company gehören darüber hinaus aber auch Fanta, Sprite, Mezzo Mix, mehrere Wassermarken, Säfte, Energy-Drinks, Kaffee und Tee. Mit „fa!rlife“ hat Coca-Cola sogar eine eigene Milchmarke.

Unter dem Dach der Coca-Cola-Company vereinen sich mehrere hundert Marken, von denen nicht alle in Deutschland erhältlich sind. Diese Getränke gibt es auch bei uns zu kaufen:

  • Coca-Cola,
  • Fanta,
  • Sprite in verschiedenen Variatonen (light, zero, lemon, usw.)
  • Apollinaris, Vio, Sodenthaler, Bonaqa
  • Powerade, Vitamin Water, Fuze Tea, Lift

2018 hat sich Coca-Cola außerdem eine eigene Kaffeekette gekauft: „Costa Coffee“ – einer der größten Rivalen von Starbucks.

Marktwert der Coca-Cola-Company laut dem Wirtschaftsmagazin Forbes: 179,3 Milliarden Dollar (USA) + 18,8 Milliarden Dollar (Europäische Partner)



 Danone

Danone ist vor allem für Milchprodukte bekannt. Viele davon sind stark zuckerhaltig. (Foto: Utopia/aw)

Der französische Konzern Danone zählt zu den größten Milchproduzenten der Welt. Das Unternehmen vertreibt aber auch zahlreiche Flaschenwasser und Babynahrung. Die bei uns bekanntesten Marken von Danone:

  • Actimel, Activia, Fruchtzwerge, Dani
  • Evian, Volvic, Badoit
  • Aptamil, Milupa
  • Medizinische Nahrungsmittel von „Nutricia“ (hochkalorische Trinknahrung, die unter anderem Krebspatienten zu sich nehmen)

In den USA heißt Danone „Dannon“ und ist dort ebenfalls erfolgreich.

Aktueller Marktwert von Danone laut Forbes: 48,9 Milliarden Dollar

Kellogg’s

Pringles gehört zur Kellogg Company. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay)

Bei Kellogg denkt man sofort an Cornflakes und Cerealien. Das ist zwar das Hauptgeschäft, darüber hinaus verkauft der Konzern aber auch Chips, Kekse und tiefgekühlte Lebensmittel. Zu Kellogg gehören unter anderem:

  • Pringles, Cheez-it
  • Froasted Flakes,
  • Crunchy Nut
  • , Froot Loops,
  • Coco Pops,
  • Smacks

Marktwert: 21,33 Milliarden Dollar



Mars

Schokoriegel von Mars Incorporated. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay)

Mars Incorporated produziert nicht nur den gleichnamigen Schokoriegel, sondern auch jede Menge andere Lebensmittel. 2008 hat Mars außerdem „Wrigley“ übernommen und stellt damit auch beliebte Kaugummisorten her. Die bekanntesten Marken von Mars:

  • Mars,
  • Bounty,
  • Milky Way,
  • m&ms,
  • Twix,
  • Snickers,
  • Balisto
  • Orbit,
  • Extra,
  • Hubba Bubba,
  • Airwaves,
  • Juicy Fruit
  • Mirácoli,
  • Uncle Bens,
  • Dolmio (Pastasaucen)

Mondelēz

Milka gehört zu Mondelez. (Foto: Utopia/aw)

2012 wurde der Konzern „Kraft Foods“ in zwei eigenständige Unternehmen geteilt – die Kraft Foods Group und Mondelēz International. Mondelēz zählt heute zu den größten US-amerikanischen Lebensmittelherstellern und vertreibt zahlreiche Marken:

  • Schokolade: Milka, Oreo, Mikado, Toblerone, Cadbury, Dairy Milk
  • Philadelphia,
  • TUC, belVita,
  • Trident,
  • Dirol,
  • Stride,
  • Halls

Marktwert: 57,9 Milliarden Dollar

Kraft Heinz

Weltberühmt: Der Heinz-Tomatenketchup. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay)

Kraft Foods wiederum fusionierte 2015 mit der „H.J.Heinz Company“ zur „The Kraft Heinz Company“. Der Konzern produziert und vertreibt Produkte von über 200 Marken – die bekanntesten davon sind

  • Kraft
  • Philadelphia
  • Heinz Tomatenketchup.

Marktwert: 72,2 Milliarden Dollar


Nestlé

Instant-Tee und Kitkat – beides von Nestlé (Foto: Sven Christian Schukz / Utopia)

Nestlé gilt als der weltgrößte Lebensmittelkonzern weltweit und hat eine riesige Marken- und Produktpalette. Die verschiedenen Tochterfirmen vertreiben unter anderem

Wasser, Softdrinks, Schokolade, Fertigprodukte, Eiscreme, Tierfutter, Kaffee und Kosmetik. Berühmte Lebensmittel-Marken, die zu Nestlé gehören:

  • Maggi,
  • Thomy,
  • Wagner Pizza,
  • Buitoni
  • After Eight,
  • Kitkat,
  • Smarties,
  • Lion,
  • Rolo
  • Schöller,
  • Mövenpick
  • San Pellegrino,
  • Vittel,
  • Nestea,
  • Nescafé
  • Herta (Fleischproduzent)

2018 hat sich bei Nestlé einiges getan: Seit Mitte des Jahres kooperiert das Unternehmen mit Krombacher. Außerdem hat Nestlé einen milliardenschweren Kaffeedeal mit Starbucks abgeschlossen.

Marktwert: 237,3 Billionen Dollar

PepsiCo

PepsiCo produziert nicht nur Pepsi, sondern auch Chips und andere Lebensmittel. (Foto: “Doritos now in American Flavor”von Funky Tee unter CC-BY-SA 2.0)

PepsiCo gehört laut Forbes zu den Top 3 der größten Lebensmittel- und Getränkekonzerne. PepsiCo sagt über sich selbst: „Wir besitzen 22 ikonische, milliardenschwere Marken.“

Zu PepsiCo gehört unter anderem:

  • Wassermarken: Aquafina, H2OH!
  • Softdrinks: Pepsi, Seven Up, Tropicana, und einige Energy-Drinks
  • Chips und Snacks: Lays, Doritos, Cheetos, Walkers
  • Quaker Oats (Haferflocken), Sabara (Brotaufstriche)

PepsiCo ist auch an Lipton Eistee beteiligt (gemeinsam mit Unilever). Außerdem hat PepsiCo schon seit Jahrzehnten eine Partnerschaft mit Starbucks.

In Deutschland sind Produkte von PepsiCo mit Ausnahme der berühmten Softdrinks eher weniger verbreitet. Wer im Urlaub ins Ausland fährt, hat jedoch sicher schon mal Chips, Säfte oder andere Lebensmittel von PepsiCo zu sich genommen.

Marktwert laut Forbes: 138,1 Milliarden Dollar



Unilever

Zu Unilever gehören hunderte Marken. (Foto: Foto: CC0 Public Domain / Pixabay.de, Utopia/ Sven Christian Schulz)

Besonders breit aufgestellt ist außerdem Unilever: Eis, Fertiggerichte, Getränke, Kosmetik und Reinigungsmittel – weltweit gehören rund 400 Marken zu dem Konzern. Nur ein Teil davon ist in Deutschland erhältlich, zum Beispiel:

  • Ben & Jerrys,
  • Magnum,
  • Langnese Cornetto,
  • Solero
  • Knorr,
  • Pfanni,
  • Mondamin
  • Kosmetik: Dove, Axe, Rexona, duschdas, Signal
  • Reinigungsmittel: Domestos, coral, viss

Mit Lipton-Tee gilt Unilever außerdem als größter Teeverkäufer der Welt. Seit 2017 gehört auch die Bio-Teemarke „Pukka“ zum Konzern.

Marktwert von Unilever: 155,8 Milliarden Dollar

 


Kritik an Nestlé, Unilever und Co.

Auf der Infografik sind insgesamt zehn Großkonzerne zu sehen. In unserer Aufzählung fehlen die Unternehmen „General Mills“ (z.B. Cini Minis) und „Associated British Foods“ (Ovomaltine). Den Großteil ihrer Marken und Produkte gibt es in Deutschland nicht zu kaufen, daher haben wir sie nicht aufgenommen.

Eine Gemeinsamkeit der Großkonzerne auf der Grafik: Sie alle stehen immer wieder in der Kritik. Weil in Produktionsstätten teilweise Arbeiter ausgebeutet werden, sie Palmöl aus Regenwald-Plantagen beziehen, wegen irreführender Werbeversprechen oder Lebensmittelskandale.

Wenige Konzerne kontrollieren was wir essen – was tun?

Kritisch ist aber vor allem, dass die Konzerne ihre große Marktmacht ausnutzen könnten. Je größer der Konzern, desto größer ist seine Macht, den Lieferanten und Produzenten Preise und Konditionen vorzuschreiben. Sie bestimmen damit, welche Lebensmittel wir Verbraucher im Supermarktregal finden – und was wir dafür zahlen. Das gilt übrigens nicht nur für Lebensmittelhersteller, sondern auch für Saatgut-Produzenten und die Lebensmittelhändler – also Supermärkte und Discounter. An jedem Punkt der Nahrungskette kontrollieren ein paar wenige Konzerne den Markt.

Kein Wunder also, dass es jede Menge Menschen gibt, die die Lebensmittelriesen boykottieren und sich dadurch unabhängiger machen wollen. In Anbetracht der vielen verschiedenen Marken und Firmenverflechtungen ist das jedoch gar nicht so einfach. Wer die Großkonzerne nicht unterstützen möchte, hat trotzdem einige einfache Möglichkeiten:

    • Frisch kochen und selber backen, statt Fertigprodukte kaufen.
    • Süßigkeiten selber machen oder von kleinen Herstellern aus der Region kaufen.
    • Leitungswasser trinken und Säfte oder Limonaden selber machen.

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Und eigentlich ist es klar, aber viele Menschen sind so daran gewöhnt, dass sie etwas sehr Naheliegendes vergessen: Supermärkte sind nicht die einzige Möglichkeit, um Lebensmittel zu kaufen! Es gibt die guten alten Wochenmärkte, Hofläden und andere tolle Möglichkeiten für Lebensmittel aus der Region. Und es gibt auch spannende neue Projekte, die für mehr Unabhängigkeit in der Lebensmittelproduktion kämpfen und sich schon in vielen Städten erfolgreich etabliert haben. Zum Beispiel Solidarische Landwirtschaften, Essbare Städte und Transition Towns.

Und nicht zuletzt: Fast jeder kann zumindest einen Teil seiner Lebensmittel selbst anbauen– dazu braucht es nicht einmal einen eigenen Garten.

Quelle: utopia.de liebeisstleben.net bedankt sich!

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